Wut ist alles andere als primitiv- allerdings oft verwirrend. Wut steht nicht für sich alleine, sie vermischt sich mit vielen anderen Gefühlen : Schmerz, Ohnmacht, Angst, Verletztheit usw. Das macht sie für uns oft schwer einschätzbar. Um so wichtiger ist es, sie genau in uns zu beobachten, nicht zu bewerten und sie zu verstehen. Sie hat ihren Ursprung in ganz verschiedenen Orten in uns. Aus unserem verletzten Herzen heraus  zeigt sie uns in unserer Arbeit die Richtung an, die wir einschlagen dürfen, wie ein Wegweiser. Was Wut dann wirklich beschützt, sind die Verletzungen, die dringend unserer Aufmerksamkeit bedürfen.  Mit diesem Gedanken können wir vielleicht sogar dem Verursacher unserer Wut dankbar sein dafür, dass er uns einen kostbaren Fingerzeig gibt. Oder sie steigt auf aus unserem erwachsenen Selbst “als heiliger Zorn”, der unsere Leidenschaft für Gerechtigkeit und Wahrheit zum Ausdruck bringt. Der Satz aus der Bibel : “Der Zorn ist Gottes- die Wut ist des Teufels” drückt das klar für mich aus. Womit natürlich die unterdrückte und nicht die transformierte Wut gemeint ist.

Durch die Wut als reine Emotion lerne ich meine eigenen Grenzen kennen, lerne -NEIN- oder -STOP- zu sagen. Sie hilft mir, ganz zu werden, wenn ich sie transformiert in mein System integriere. Sie gibt mir Energie- ich muss nicht mehr einen großen Teil meiner Energie darauf verwenden, sie zu unterdrücken. Wut als reine Emotion ist niemals Angriff sondern Ausdruck von Selbstliebe und Integrität. Sie ist Kraft und Feuer, Wille zum Leben, ein Möglichkeit,  sich im Leben zu behaupten. Transformierte Wut macht authentisch und echt. Sie gibt mir die Chance, einige meiner Masken nicht mehr zu benötigen und sie fallen zu lassen.

Was ist die Alternative ? Sie war nicht selten, das Opfer zu spielen, mich für Liebe zu verbiegen oder in Beziehungen zu bleiben, die mir nicht gut taten. Unterdrückte Wut kann krank machen.

Transformierte Wut zeigt sich im Außen als Stärke und natürliche Autorität- während unterdrückte Wut eine jämmerliche oder schwächlichen Eindruck machen kann.

Wut auszudrücken ist nicht immer akzeptabel- Wut zu unterdrücken ist niemals akzeptabel. Machmals tut es gut, laut zu werden.

Eine sehr interessante Möglichkeit mit Wut umzugehen, ist zu lernen, sie in uns zu halten. Nicht zu unterdrücken- Masters spricht dann von einer “achtsam gehaltenen Wut” – dabei nehmen wir die Wut in uns bewusst war in all ihren Facetten und lassen sie frei in unserem System zirkulieren- wir lassen sie in uns, agieren sie nicht im Außen aus. Da drückt sie sich dann sehr energetisch von selber aus- da müssen wir nichts mehr tun. Eine Königsdisziplin, natürlich- allerdings erlernbar.

 

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